Akute Wohnungsnot in den Universitätsstädten

Das neue Wintersemester fängt an und hunderte Studenten sind auf der Suche nach einer Wohnung. Egal ob Wohnheim, WG oder Einzelwohnung: Angebote sind rar. In 39 der 87 Universitätsstädte in Deutschland herrscht Wohnungsknappheit. Besonders in den mittelgroßen Unistädten wie Tübingen, Freiburg, Aachen, Gießen und Marburg ist die Lage noch angespannter, als letztes Jahr. Spitzenreiter sind weiterhin München, Frankfurt am Main und Hamburg. Aber auch in Bonn, Kiel und Göttingen gibt es nicht genügend Studentenwohnungen. Dafür gibt es einfallsreiche Ausweichmöglichkeiten: Waggons, Seniorenheime oder eine Zeltstadt. Viele Erstsemester, die erst kurz vor Anfang des Semesters ihren Zulassungsbescheid bekommen geraten in die Wohungszwickmühle. Je früher man sich eine Wohnung suchen kann, desto besser.

 

Wohnheim oder WG- Wo sind die Chancen besser?

Die Suche nach einer oder gar der idealen Wohnung kann sich als langwieriger Prozess herausstellen. Es gibt wenige Anbieter und eine große Nachfrage. Die Wartelisten der Wohnheime sind meist noch vom letzten Semester überfüllt und im Durchschnitt bekommen nur 9% der Studenten einen Platz im Wohnheim. Natürlich gibt es mehr WGs, als Wohnheime. Aber WGs können sich den Luxus leisten den perfekten Mitbewohner zu suchen, genügend Nachfrage gibt es ja. Da bleiben einem viele WG-Castings nicht erspart. Das können schnell 20 zusammenkommen, jedes mit bis zu 30 Mitbewerbern. Es bleiben meist nur 5 oder 10 Minuten, um die WG-Bewohner von einem zu überzeugen. Aber auch so muss natürlich die Chemie stimmen. Ob man das in so kurzer Zeit abklären kann ist natürlich fragwürdig. Da macht es sich bezahlt frühzeitig nach möglichst vielen Plätzen zu suchen, denn Absagen muss man einplanen.

 

Alternative: die eigene Wohnung

Nicht nur WGs oder Wohnheime bieten die Aussicht auf ein eigenes Zuhause, auch 1-Zimmer-Wohnungen sind beliebt. Die sollten natürlich zentral, hell, geräumig und günstig sein. Oft trifft das aber nicht zu. Die günstigen Wohnungen liegen nicht im Zentrum, sondern sind meist in den Randbezirken. Oder in unschönen Gegenden, wie dem Bahnhofsviertel. Einfacher ist es manchmal, wenn man sich zu zweit oder zu dritt eine neue Wohnung sucht. Da ist die Konkurrenz einfach geringer. Aber auch da können Probleme warten. Man wird diese wahrscheinlich weniger in der Nähe des Campus finden und sollte bedenken, wie man den Mietvertrag abschließt. Außerdem sind einige Wohnungsbesitzer nicht sonderlich erpicht auf WGs.

 

Keine Wohnung- was nun?

Wer es bis kurz vor Semesterstart es nicht schafft eine Wohnung oder Zimmer sein Eigen nennen zu dürfen, steht vor einem Problem. Die Kurse fangen an und die Zeit, die man der Wohnungssuche widmen kann, wird knapp. Dafür locken jetzt andere Chancen: schwarze Bretter. Die WGs, die noch keine Mitbewohner gefunden haben, annoncieren an den Brettern der Uni, besonders, wenn das Semester angefangen hat. Außerdem kann man gut die neuen Kontakte an der Uni nutzen, um nach einem freien Zimmer zu fragen. Vielleicht hat der Kommilitone ja noch ein Zimmer frei. Bis man aber ein Zimmer hat, bleiben einem nur wenige Möglichkeiten. Am Besten ist es natürlich, wenn man bei den Eltern in der Nähe wohnen kann. Dann muss man zur Not 1-2 Stunden pro Strecke pendeln. Sollte das nicht möglich sein, muss man sich nach Freunden in der Nähe umsehen. Vielleicht haben die ja für ein paar Wochen ein Sofa frei. Sollte man keine Freunde oder Bekannte in der Stadt haben, gibt es noch die Möglichkeit über Couchsurfing eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Das bietet gleichsam die Chance neue Leute in der Stadt kennen zu lernen. Falls das Couchsurfing auch eine Alternative ist, bleibt in letzter Instanz wohl nur noch ein Hostel oder Hotel. Eine Jugendherberge ist natürlich eine günstige Variante. Letztendlich ist die Frage, wie viel man ausgeben kann oder möchte. Sowohl bei der Frage Hostel oder Hotel, als auch bei der Frage der Wohnung. Wenn man eine tolle Lage haben möchte, wird man wohl mehr bezahlen oder Abstriche machen müssen – besonders bei der akuten Wohnungsknappheit der Universitätsstädte.