Semesterferien richtig nutzen

Semesterferien oder vorlesungsfreie Zeit?

Die Semesterferien sind dazu da um all das zu machen was man das ganze Semester über nicht geschafft hat und die Unibücher nicht einmal anzusehen? Falsch! Diese Annahme vom faulen Studenten, der nach der letzten Vorlesung im Juli seine Bücher erst wieder völlig verstaubt im Oktober heraussucht und in der Zwischenzeit nur Feiern und Spaß im Kopf hat, ist wohl genauso antiquiert wie falsch. Das Klischee-Bild eines Studenten muss spätestens seit der Bachelor- und Masterstudiengänge massiv revidiert werden. Natürlich gibt es immer jemanden, der aus der Regel herausfällt, aber seit des Bologna-Prozesses ist aus den Semesterferien wirklich eine „vorlesungsfreie Zeit“ geworden. Es gibt zwar keine Vorlesungen, aber die Bücher verbannen kann und sollte man trotzdem nicht. Vielen Studenten fällt es schwer sich nach einer so langen Zeit wieder in den studentischen Alltag einzufinden. Das Gehirn hat in diesen zweieinhalb Monaten verlernt zu lernen. Daher hilft etwas Denksport in den Ferien den Einstieg und das Pensum des folgenden Semesters zu erleichtern.

Semesterferien = Semesterferien?

Die Zeit, die Studenten in den Semesterferien zur Verfügung steht variiert dabei stark, je nach Fach. Schreibt man z.B. eher Klausuren am Ende des Semesters als Hausarbeiten während der Semesterferien, hat man zwar in den Wochen vor den Ferien mehr zu tun, kann dafür meist die gesamten zweieinhalb Monate nutzen. Hausarbeitenschreiber haben dafür tendenziell ein entspannteres Semester, müssen aber ein gros ihrer Ferien mit dem Schreiben der Hausarbeiten verbringen. Das beide Studenten das Gleiche im gleichen Maße tun können ist also fast unmöglich. Wie können aber beide gleich erholt ins neue Semester starten?

Zeitplanung auch in den Semesterferien

Um dennoch eine Balance aus Erholung und Lernen zu schaffen, ist eine Zeitplanung nötig. natürlich sollte diese nicht jeden Tag genauestens umfassen, das verursacht nur ein Stressgefühl. Aber eine grobe Planung darüber, wie viel Zeit man hat und wie viele fixe Termine man bedenken muss, helfen die Ferien so zu strukturieren, dass weder das Eine noch das Andere zu kurz kommt.
Daher vorher diese Fragen beantworten und schon steht den perfekten Semesterferien nichts mehr im Wege:

  • Wie viel Zeit habe ich?
  • Welche Termine habe ich? (Abgabe, Klausur, Arbeit, Einladungen, Geburtstage, gebuchte Urlaubsreise, etc.)
  • Welche Zeiträume gehen mir dadurch verloren?
  • Was für eine Balance möchte ich? 50/50? 30/70?

Gerade bei der Frage danach, wie viel man in den Semesterfreien für die Uni tun möchte, hängt auch davon ab, wie viel man tun kann. Es gibt Studiengänge in denen der Lehrstoff nicht sehr offensichtlich ist und zu umfangreich, als dass es sinnvoll wäre „auf Gut Glück“ zu lernen. Dennoch kann man den gelernten Stoff rekapitulieren oder sich in anderen Bereichen weiterbilden. Andere Studiengänge sind sehr vorausschauend geplant und ermöglichen es dem Studenten sich bereits in den Semesterferien an den Lernstoff des nächsten Semesters heranzuwagen. Das entspannt enorm den (zeitlichen) Druck im nächsten Semester.

Lernen und Weiterbilden

Wie verbringt man also am Besten die Zeit, die man für die Uni reserviert hat? Da gibt es drei große Blöcke, die man unterscheiden kann:

  • Fachbezogene Weiterbilden
  • Studiumsbezogene Weiterbilden
  • Personenbezogene Weiterbilden

Die fachbezogene Weiterbildung bezieht sich auf alle Materialien, Übungen und Kurse, die man zu seinem spezifischen Studiengang machen kann. Dazu zählt ebenso das Wiederholen von bereits Gelerntem, wie auch das Belegen von Seminaren oder Workshops in der vorlesungsfreien Zeit.

Das studiumsbezogene Weiterbilden sind meist Kurse an der Uni, die extra zu den Fachspezifischen belegt werden können/ müssen. Das können Softskills sein, wie Lerntaktiken oder Gesprächsführung, aber auch fachfremde Hardskills, die im Curriculum verankert sind. Viele Kurse zum Thema Soft- und Handspiels können über das verlangte Pensum hinaus belegt werden und runden das Profil des Studenten ab. Dabei ist die Uni selbst der beste Ansprechpartner. Das Angebot ist meist sehr vielfältig (von Sprachen bis Lerntechniken, Steuerseminaren bis Literaturworkshops und Berufsbezogenen bzw. Berufspraktiken ist alles dabei) und kostet nichts (z.B. Sprachenangebot der LMU München). Viele Seminare für den späteren Berufsalltag werden von Fachkräften geleitet und kosten so in der freien Wirtschaft gerne um die 1.000 €. Der Career Service der Universitäten bietet ein großes Angebot. (z.B. Career Service Münster)

Die personenbezogene Weiterbildung bezieht sich auf all das, was wir machen, um uns persönlich weiterzubilden. Das können ebenso Kurse an der Uni sein, wie z.B. Sprachen, oder juristisches Grundwissen, wenn es uns persönlich interessiert. Dazu zählen aber auch VHS-Kurse, Praktika oder Ferienjobs. Viele Volkshochschulen geben großzügig Studentenrabatte auf alle Kurse, wie z.B. die VHS Hamburg. Dabei lohnt es sich die Kursliste durchzusehen und nach interessanten Kursen Ausschau zu halten. Auch viele Praktika können auf gleich mehrere Arten hilfreich sein: zum Einen sind sie häufig verlangt, zum Anderen helfen sie dabei in verschiedene potenzielle Berufsfelder hineinzuschnuppern und das auszuwählen, was einem wirklich Spaß macht. Einige Praktika helfen einem etwas neues zu lernen und dabei noch etwas Geld zu verdienen. Z.B. bieten einige große Blogportale oder (Regional)Zeitungen Praktika in den Semesterferien an.


Damit die Erholung nicht zu kurz kommt

Natürlich sind die Semesterferien auch Ferien, denn es nützt nichts überarbeitet ins nächste Semester zu starten. Viele Anbieter bieten gerade in den Semesterferien Studentenangebote und -rabatte an. Neben ganzjährigen Angeboten von z.B. Flixbus gibt es auch BahnCard Studentenangebote. Besonders zum Ende der Ferien sollte man einen Blick auf die Studentenrabatte bei Sixt werfen. Da steht dem Kurztrip nichts mehr im Wege, nicht einmal die Hausarbeit.